Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Kulturstärkungsfonds NRW für Kultureinrichtungen: Programmlinie für Livemusikspielstätten / Musikclubs

Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW

Kulturstärkungsfonds NRW für Kultureinrichtungen: Programmlinie für Livemusikspielstätten / Musikclubs

Hier: Kompensation von pandemiebedingten Einnahmeverlusten von Livemusikspielstätten / Musikclubs, die regelmäßig ein kuratiertes Musikprogramm vorhalten. (Coronahilfe Spielstätten NRW 2020)

Hier: Kompensation von pandemiebedingten Einnahmeverlusten von Livemusikspielstätten / Musikclubs, die regelmäßig ein kuratiertes Musikprogramm vorhalten. (Coronahilfe Spielstätten NRW 2020)


Kunst und Kultur wieder erlebbar machen, Kultureinrichtungen wie Livemusik-Spielstätten und Musikclubs bei der Planung und Durchführung ihrer Kulturprogramme unter Corona-Bedingungen unterstützen und die für das Kulturleben in NRW erforderliche künstlerische Infrastruktur zu erhalten – das ist Ziel des Kulturstärkungsfonds NRW. Sobald der Spielbetrieb wieder möglich ist, soll damit auch Planungssicherheit für die Wiederaufnahme und Durchführung des Kulturprogramms gegeben werden. Die Förderlinie für Livemusik-Spielstätten und Musikclubs ist ein Teil des Kulturstärkungsfonds, mit dem insgesamt 185 Mio. Euro zur Abmilderung der Auswirkungen der Corona-Krise auf den Kulturbereich bereitgestellt werden. Ein weiterer Baustein dieses Kulturstärkungsfonds ist das großangelegte Stipendienprogramm für freischaffende Künstlerinnen und Künstler über 105 Mio. € (Antragsfrist war der 16. Oktober 2020).

Wer ist antragsberechtigt?


Antragsberechtigt sind natürliche und juristische Personen (bspw. eingetragene Vereine, gGmbHs, GmbHs, Einzelunternehmen etc.) sofern sie ihren Sitz in Nordrhein-Westfalen haben.

Die Förderlinie richtet sich an Livemusik-Spielstätten und Musikclubs die regelmäßig ein kuratiertes Musikprogramm anbieten und überwiegend für Livemusik-Veranstaltungen genutzt werden. Die Spielstätte muss mindestens 12 (im kreisangehörigen Raum) bzw. mindestens 24 (im kreisfreien Raum) kuratierte Livemusik-Konzerte (einschließlich künstlerischer Live-DJ-Ereignisse; vgl. BFH Urteil Az VR 50/04) verschiedener Künstler*innen pro Jahr dargeboten haben. Livemusik-Konzerte in diesem Sinne sind gezielte Aufführungen von Musiker*innen (einschließlich Ereignisse mit kreativen/künstlerischen/selbst produzierenden DJs) grundsätzlich auf einer Bühne vor einem Publikum. Für die Konzerte wurde speziell geworben. Das Publikum ist wegen der musikalischen Darbietung in die Spielstätte gekommen. Pro Spielstätte kann nur ein Antrag gestellt werden.

Nicht antragsberechtigt sind öffentliche Einrichtungen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie Unternehmen, an denen die öffentliche Hand oder die Kirche unmittelbar mehrheitlich beteiligt sind. Darüber hinaus sind auch Diskotheken ohne kuratiertes und künstlerzentriertes Musikprogramm, Musicalveranstalter, sog. Fliegende Bauten, Open-Air-Bühnen, Konferenz- und Eventcenter/-hallen, Tonstudios und Gemeindesäle nicht antragsberechtigt.

Natürliche und juristische Personen (bspw. eingetragene Vereine, gGmbHs, GmbHs, u.s.w.) mit Sitz in NRW

Livemusikspielstätten / Musikclubs die regelmäßig ein kuriertes Musikprogramm anbieten und überwiegend für Livemusik-Veranstaltungen genutzt werden

öffentliche Einrichtungen, Unternehmen der öffentlichen Hand sowie Unternehmen, an denen die öffentliche Hand oder die Kirche unmittelbar mehrheitlich beteiligt sind

Für was stehen die Mittel zur Verfügung?


Mit den Mitteln werden Livemusikspielstätten und Musikclubs unterstützt, die bei Wiederaufnahme des Betriebes wegen Corona-bedingter Einschränkungen keinen ausreichenden Einnahmen erwirtschaften können oder nach wie vor keinen Veranstaltungsbetrieb aufgrund der Pandemie und der damit einhergehenden Einschränkungen durchführen können und sich daher in einer finanziell angespannten und den Weiterbetrieb gefährdenden Situation befinden.

Die Livemusik-Spielstätten und Musikclubs werden gebeten, die Landeshilfe auch zum Anlass zu nehmen, Künstlerinnen und Künstlern möglichst Verträge mit Ausfallhonoraren anzubieten.

Durch die Förderlinie sollen Deckungs- und Liquiditätsengpässe ausgeglichen werden, die einerseits durch geringere Einnahmen (weniger zugelassenes Publikum bzw. Zurückhaltung beim Publikum) und andererseits gleichbleibende Kosten für Personal und Künstlerinnen- und Künstlerhonorare (ggfls. höher zur Pandemievorsorge) entstehen. Der Einsatz der Billigkeitsleistung zur Deckung von Eigenanteilen im Bundesförderprogramm Neustart-Kultur (Musikclubs) ist zulässig. Investitionen dürfen aus der Billigkeitsleistung nicht getätigt werden.

Die Voraussetzungen

  • Als Grundlage gilt die Gesamt-Jahresbetrachtung 2020, d.h. die Ist-Werte seit Januar sowie (Prognosen ab Antragstellung) für die Einnahmen- und Ausgabenseite bis Dezember.

  • Billigkeitsleistungen unter einer existenzbedrohenden Deckungslücke von 2.000 € können nicht gewährt werden (Bagatellgrenze).

  • Die Höhe der Billigkeitsleistung ergibt sich als monatliche Zahlung gemessen an der zulässigen Kapazität einer Spielstätte gemäß folgender Tabelle:

Billigkeitsleistung für Musikclubs

Kapazität* Monatlicher Zuschuss (€)
– bis zu –
bis 100 1.000,00
bis 200 1.500,00
bis 400 2.500,00
bis 600 3.500,00
bis 800 4.000,00
bis 1000 4.500,00
bis 1250 5.000,00
bis 1500 5.500,00
bis 1750 6.000,00
bis 2000 6.500,00

*maximal genehmigte Normalkapazität unbestuhlt

Die Billigkeitsleistungen erfolgen als existenzsichernder Zuschuss zu den Betriebskosten und, sofern zulässig und möglich, zur Realisierung eines Kulturprogramms unter Corona-Einschränkungen. Das Land behält sich vor, ab einer bestimmten Leistungshöhe weitere Unterlagen zur Wirtschaftsplanung 2020 und Vergleichszahlen 2019 anzufordern. Die Billigkeitsleistung erfolgt für die Monate März bis Dezember 2020 jeweils in Höhe des sich gemäß der Kapazität gemäß vorstehender Übersicht ergebenen maximalen monatlichen Zuschusses, maximal jedoch in Höhe von 90% der für den Zeitraum März bis Dezember 2020 ermittelten Unterdeckung.

Sollte durch die Landeshilfe eine Überkompensation eintreten, etwa durch andere Unterstützungsleistungen, ist zuerst die Landeshilfe zurückzuzahlen.

Ein Anspruch der Antragsteller auf Berücksichtigung besteht ausdrücklich nicht („kein Rechtsanspruch auf Förderung“). Anträge können nur im Rahmen des vorhandenen Budgets 2020 des Kulturstärkungsfonds berücksichtigt werden. Es gilt das Windhundprinzip für vollständige und inhaltlich richtige Anträge.

Antragsfristen


Anträge können zwischen Montag, dem 23. November 2020 bis Sonntag 29.11.2020 23:59 Uhr bei der Liveinitiative NRW e.V. (LINA) gestellt werden. Die Antragstellung ist ausschließlich durch Übersendung der Antragsunterlagen (Antrag und Anlagen) per eMail möglich. Ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Die Beratung und Antragsprüfung erfolgt durch die Liveinitiative NRW e.V. (LINA).

Einzureichen sind:

1. Ein vollständig ausgefülltes und unterschriebenes Antragsformular
2. Nachweise zur Besucherkapazität der festen, ortsgebundenen Spielstätte (maximal 2.000 Personen, unbestuhlt stehend)
3. Handelsregisterauszug oder Vereinsregisterauszug sowie/oder Gewerbeanmeldung
4. Nachweis von mindestens 24 bzw. 12 kuratierten Livemusikveranstaltungen im Jahr 2019
5. Darstellung eines beispielhaften Monatsprogramms, pdf z. B. eines Monatsflyers, Programmheftes o.ä.

6. Jahresabschluss, BWA oder Einnahme-Überschuss-Rechnung für das Jahr 2019.

Verwendungsnachweis

Bis zum 31.05.2021 muss entsprechend dem voraussichtlich mit der Förderzusage übersandten Vordruck der Verwendungsnachweis erbracht werden. Es muss dabei eine bestätigte Jahresbilanz oder Einnahmen-Überschuss-Rechnung für 2020 eingereicht und eine mögliche Überkompensation zurückgezahlt werden. Nachträgliche Zuschüsse können nicht gewährt werden.

Abgrenzung zu anderen Unterstützungsprogrammen

Der Kulturstärkungsfonds NRW für Livemusikspielstätten/Musikclubs will den Kultureinrichtungen in NRW insbesondere dort Unterstützung bieten, wo das Bundesprogramm NEUSTART KULTUR nicht greift bzw. finanzielle Lücken hinterlässt wie bspw. bei den Eigenanteilen. Insofern versteht er sich als Ergänzung zu den Förderprogrammen, die der Bund unter NEUSTART KULTUR veröffentlicht hat, u.a. zu dem Programm „Pandemiebedingte Investitionen in Kultureinrichtungen zur Erhaltung und Stärkung der bundesweit bedeutenden Kulturlandschaft“.

Die Inanspruchnahmen von anderen Corona-Fördermitteln (z.B. Bundesmittel) sowie bereits erfolgte Hilfsmaßnahmen des Landes (z.B. Soforthilfe NRW oder Billigkeitsleistungen März-Mai) müssen im Antrag als Einnahmen aufgeführt werden.

Antragsformular

Hier geht es zum Antragsformular für einen Erstantrag.

Antragsformular herunterladen

Anlagen (Vorlagen)

ANLAGE: Übersicht der Livemusikveranstaltungen für 2019 herunterladen

Beispiel

Beispiel: Web-Seminar herunterladen
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